Ich möchte euch mit dieser Anleitung für euren Roadtrip im Campingbus inspirieren und euch dazu ermutigen vielleicht eure erste Australien Rundreise zu machen. Es gibt keine bessere Art Australien zu bereisen als mit einem Roadtrip im Campingbus.
In diesem Campervan-Guide bekommt ihr Insider-Tipps, Empfehlungen und Hinweise für das, was bei einer Rundreise im Wohnmobil oder Campervan auf euch zu kommt.

Euer Mindset, Eure Einstellung, ist bei einem Roadtrip im Campingbus sehr wichtig

rundreise australien im wohnmobil

 

# 1: Fühlt Euch frei

Bei keiner anderen Art des Reisens könnt ihr euch so frei bewegen, wie mit einem Campingbus.Ihr habt die Flexibilität eines Autos kombiniert mit der Bequemlichkeit des eigenen Zuhauses auf Rädern. Folgt eurer eigenen Route und lasst euch so viel Zeit, wie ihr möchtest und fahrt, wohin euch eure Neugierde leitet.

# 2: Genießt die Aussicht

Steht morgens auf und genießt euren Kaffee mit einer grandiosen Aussicht, die sich sogar täglich verändert. Ihr könnt einfach dort anhalten, wo es euch gefällt und euer Lager aufschlagen. In Australien gibt es viele Nationalparks, Campingplätze und freie Stellplätze, die einfach atemberaubend schön liegen. Ihr könnt mitten in der Natur einschlafen und die schönsten Sonnenaufgänge durch die Fenster beobachten.

# 3: Seid offen für Überaschungen

Bei einem Roadtrip ist auch der Weg das Ziel. Haltet eure Augen offen für Lookouts oder andere kleine Sehenswürdigkeiten, die oft nicht im Reiseführer stehen. Meistens weist nur ein kleines Schild am Straßenrand auf das spektakuläre Lookout hin. Wir haben die Regel bei jedem Lookout anzuhalten, man weiß ja nie, was man verpasst.

# 4: Taucht ein in die Natur

Bei einem Camper-Urlaub wacht ihr morgens zum Sonnenaufgang auf und schlaft abends mit dem Geräusch des Windes in den Bäumen ein. Ihr seid in der Natur und könnt viele Tiere in der freien Wildbahn erleben. Passt nur auf euer Essen auf und lasst es nicht draußen liegen. Dingos sind gefräßig und Ameisen auch.

# 5: Seid kontaktfreudig

Camper sind eine große Gemeinschaft, man begrüßt sich morgens und erfährt bei kurzen Gesprächen Tipps und Tricks der anderen Reisenden. Dann steht man zusammen am Barbie und tauscht Geschichten aus. Manchmal fährt man daraufhin ein Stück zusammen oder macht einen gemeinsamen Ausflug. Vor allem die Grey Nomads freuen sich, wenn man an einem Get-together teilnimmt.

 

Plant grob die Route eures Roadtrip im Campingbus durch Australien

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Auch wenn der Zauber eines Roadtrips im Ungeplanten liegt, solltet ihr doch ein paar Dinge beachten und überlegen bevor ihr losfahrt. Diese Checkliste soll euch dabei helfen Anfängerfehler zu vermeiden.

Wie viel Zeit habt Ihr?

Ihr solltet euch überlegen wie viel Zeit ihr im Auto verbringen möchtet und wie viel Zeit ihr insgesamt habt. Denn schlimmer als nichts zu sehen, ist alles sehen zu wollen und euren Reiseplan brechend vollzumachen. Überlegt euch wie viele Stunden du täglich fahren möchtest und macht euch so einen groben Plan.

Was sind Eure Highlights?

Recherchiert vor eurer Reise und findet heraus was möchtest ihr wirklich sehen möchtet. Wenn ihr noch Inspiration braucht, holt euch unser kostenloses Fotobuch “Australien auf vier Rädern” in dem ihr euch unten zum Newsletter anmeldet. Am besten sucht ihr euch ein Highlight aus und plant den Roadtrip drum herum. Fragt auch Freunde oder in Facebook-Gruppen nach Erlebnissen anderer, ihr wollt ja auch nicht an dem “absoluten” Highlight vorbei fahren.

Wir besuchen unterwegs oft die Visitor Information, da gibt es auch immer Toiletten. Außerdem versorgen wir uns dort mit Broschüren und quatschen mit den Mitarbeitern, um ein paar Geheimtipps zu bekommen.

Reiseführer und Karten

Auch wenn es von manchen verpönt ist, ich finde es super einen Reiseführer dabei zu haben, empfehlen kann ich euch den Lonely Planet Australien oder die Reiseführer von Reise Know-How Verlag für den Osten oder Westen. Mittlerweile habe ich die neue Version vom Lonely Planet auf meinem Kindle, aber es war auch toll in den Alten aus Papier alles zu markieren und herum zu kritzeln. Oft habe ich erst morgens beim Losfahren gelesen, was wir denn heute alles sehen könnten. Aber natürlich kannten wir unsere grobe Route und die Highlights.

Wir nutzen außerdem Google Maps als Planungshilfe, um die Streckenlänge und Dauer herauszufinden. Wobei die Fahrzeiten mit Vorsicht zu genießen sind. In Australien dauert es einfach immer viel länger.

Tipp: Ladet euch Google Offline Karten runter, man hat zwischen den Städten meist keinen Empfang. Außerdem empfehle ich euch ein Navi und echte Karten, denn ihr braucht etwas zuverlässiges, was auch ohne Strom funktioniert.

Macht euch mit den langen Distanzen vertraut

Unterschätzt nicht die Distanzen in Australien. Es gibt hier keine Autobahn. Auch ist das Fahren hier anders als in Europa. Links fahren und die wilden Tiere, werden euch mehr fordern, als ihr denkt. Außerdem solltet ihr unbedingt vermeiden, im Dunkeln zu fahren. Wenn ihr die ersten toten Kängurus am Straßenrand seht, wißt ihr warum. Erkundigt euch vorher, wie lange es hell ist.

Ich versuche nie mehr als 500km zu fahren oder 6 Fahrstunden, aber das ist natürlich individuell. Durchschnittlich würde ich nicht mehr als 300km täglich einplanen.

Beispiel:

Mein längster Fahrtag: 900km von Eucla nach Esperance. Google Maps zeigte 9 Stunden, gefahren bin ich gute 10 Stunden. Aber ich habe nur angehalten, um zu tanken und schnell was zu essen. Keine Lookouts, keine langen Pausen. Durchschnittsgeschwindigkeit 110km/h. Man braucht leicht ein Drittel länger, als was Google veranschlagt und wenn man noch einen Lookout mitnehmen möchte, noch länger.

Versorgt Euch rechtzeitig

Tankt immer rechtzeitig, es kann vorkommen, dass die anvisierte Tankstelle kein Benzin mehr hat. Und es kommt nicht hinter jeden Ecke eine Neue. Ok, es kommt drauf an, wo ihr seid. Außerdem ist es ratsam, eure Vorräte in den größeren Orten aufzustocken. Wenn ihr einen Kühlschrank oder eine Eisbox besitzt, umso besser.

Habt einen Plan und seid bereit ihn zu ändern

Es ist super einen Plan zu haben, aber nichts ist besser, als an einem tollen Ort anzukommen und einfach eine Nacht länger zu bleiben. Hört auf eure innere Stimme. Manchmal brauchen wir einfach eine kurze Reisepause, um mal am Strand zu sitzen, den Wellen zu zuschauen und auch am nächsten Tag einen Flat White in dem süßen Café direkt am Beach zu genießen. Relaxen und sich treiben lassen gehört genauso zum gelungenen Roadtrip. Aber vielleicht seid ihr auch noch mehr Abenteurer und wollt unbedingt noch auf diesen Berg steigen, den ihr im Vorbeifahren gesehen habt.

Den richtigen Campingbus für Euren Roadtrip durch Australien aussuchen

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Egal ob ihr einen Campervan oder ein Wohnmobil kaufen oder mieten möchtet, sind ein paar Dinge zu berücksichtigen.

Wie viele Leute werden mit euch reisen?

Es gibt viele verschiedene Größen und meistens Optionen für 2,4 oder 6 Personen. Als Pärchen reicht meisten die Variante für 2, es sei denn, ihr wollt mehr Platz und Komfort.

Als Gruppe oder Familie sind die größeren Varianten natürlich besser. Dabei solltet ihr überlegen, wer den Campervan oder sogar das Wohnmobil fahren kann und daß es komplizierter ist mit so einem großen Gefährt überall hinzukommen.

Was ist mit Toilette und Dusche?

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, daß man weder Dusche noch Toilette braucht, vor allem, wenn man so oder so alle paar Tage einen Campingplatz anfährt. Ich hatte noch nie Probleme eine öffentliche Toilette oder eine Dusche zu finden. Aber manchmal wäre es gut ein “Self-contained vehicle” zu haben, denn dann hat man nicht nur Toilette und Dusche, sondern das Abwasser wird zudem aufgefangen. Damit ist freies Campen auf noch mehr Stellplätzen möglich. In Nationalparks, am Strand usw. reicht auch eine Solardusche.

Welches Equipment wollt Ihr an Board eures Campingbus?

Natürlich kannst du Campingbusse mit TV und anderen technischen Spielereien mieten, aber normalerweise braucht man das nicht.

Nützliche Features sind meiner Meinung nach:

  • ein Navi (GPS)
  • eine zweite Batterie, um auch mal ohne Strom auszukommen
  • ein 2-Wege-Kühlschrank (Strom und Gas) um Vorräte kaufen und kühlen zu können
  • Tisch und Stühle (die sind nicht immer dabei oder im schlechten Zustand, aber für $5 gibt es Campingstühle im Supermarkt)
  • ein Vordach zum Schutz vor Sonne oder Regen, wenn man nicht im Campervan sitzen möchte.

Tipps und Tricks für die ersten 24-Stunden im Campervan

kochen im campingbus

Lernt Euer Fahrzeug kennen

Fragt den Verleiher oder Verkäufer so viel wie möglich über das Fahrzeug, sie wissen alles. Und bevor ihr die erste Nacht in eurem Campingbus verbringt, solltet ihr wissen, wie alles funktioniert.Und gebt ihm oder ihr einen Namen, dann fühlt ihr euch gleich mit eurem neuen Zuhause auf Rädern verbunden.

Geht einkaufen und packt aus

Es ist wichtig dass ihr die Größe euers Kühlschrankes einschätzen könnt. Habt ihr nur eine Eisbox, denkt an Eis und passende Plastikboxen, damit das Essen nicht nass wird. Das Gepäck packt ihr am besten auch direkt aus, um euch sofort wohlzufühlen. Vielleicht müsst ihr den Campervan noch etwas putzen, um ihn an eure Hygienestandards anzupassen. Australier sind da meistens nicht so genau. Ein “Disinfection Spray” und Küchentücher sind da ganz hilfreich.

Aber bald werdet ihr merken, wie toll es ist an den schönsten Orten anzuhalten und zu kochen.

Plant die erste Nacht im voraus

Sucht euch einen Platz in der Nähe, am besten auf einem Campingplatz, wo ihr noch Annehmlichkeiten wie Dusche, Toilette und Campingküche habt. Das macht euch das Eingewöhnen etwas leichter, wenn ihr zum ersten Mal mit einem Campingbus unterwegs seid. Außerdem sind dort viele andere Camper, die ihr um Rat und Hilfe fragen könnt. Ich habe schon einigen Neulingen den Gebrauch des Gasherdes oder des Vordaches erklärt. Vielleicht müsst ihr auch den Wassertank auffüllen.

Denkt an Strom und Gas

Je nach dem, was alles an der zweiten Batterie hängt und ob die Batterie beim Fahren geladen wird, muss man alle paar Tage auf einen Campingplatz mit Strom, um deine Batterie aufzuladen. Das solltet ihr unbedingt auch mit dem Verleiher oder Verkäufer besprechen.

Die Batterie im VW Bus hält vollgeladen fast zwei Tage durch, wenn nur der Kühlschrank dran hängt. Um sie voll aufzuladen, muss man 9 bis 10 Stunden fahren, was ich selten mache. Noch haben wir kein Ladegerät für die Steckdose, was die Sache einfacher machen würde.

Im besten Fall ist die Gasflasche beim Ausleihen voll, aber das ist oft nicht der Fall. Haltet sie im Auge, denn ihr wollte nicht, dass sie beim Kochen leer geht. Prüft den Inhalt immer mal wieder durch Hochheben, sie sollte nicht zu leicht sein.

 

DO’S and DON’TS für Euren Roadtrip im Campingbuscampingbus westaustralien

DO

  • Lasst euch treiben. Die besten Erlebnisse sind nicht geplant.
  • Ändert eure Meinung. Macht einen Plan und haltet euch nicht dran. Die Straße ist euer Wegweiser.
  • Sucht euch freie Campspots (mit Toilette, wenn ihr keine habt) und genießt euer Zuhause auf Rädern.
  • Wenn ihr bestimmte Touren oder Ausflüge unbedingt machen wollt, dann bucht im Voraus, vor allem wenn ihr in der Hochsaison unterwegs seid und nicht ohne Ende Zeit habt.
  • Nehmt keinen Hartschalenkoffer mit, nutzt lieber flexible Taschen oder Rucksäcke, die man leichter verstauen kann. Ansonsten räumt man die Koffer immer hin und her. Kleine Packtaschen sind eine super Möglichkeit Ordnung im Campingbus zu halten.
  • Lernt die Verkehrsregeln
  • Passt auf beim Fahren, die meisten sind die größeren Ausmaße eines Campervans nicht gewöhnt, vor allem niedrige hängende Äste oder Parkhäuser sind eine echte Herausforderung.

DON’T

  • Habt keinen festen Plan, sonst verpasst ihr die Magie eines Roadtrips und könnt den Geheimtipps von Locals (Einheimischen) oder anderen Reisenden nicht folgen.
  • Unterschätzt nicht die Distanzen und Fahrzeiten. Plant nicht zu lange Tagesetappen und gebt euch genug Zeit zwischen den Etappenzielen. Denkt an Essen und Benzin.
  • Vermeidet Parkhäuser, in 90% der Fälle sind sie zu niedrig, sogar bei offenem Parken gibt es an der Einfahrt oft eine Höhenbegrenzung.
  • Fahrt mit einem 2WD lieber nicht auf ungeteerten Straßen, wenn das der Vermieter ausgeschlossen hat. Falls man dort liegen bleibt, wird es sehr teuer.
  • Und vor allem fahrt nicht auf den Strand, auch wenn es andere machen. Dafür braucht man einen 4WD. Die Gefahr stecken zu bleiben ist viel zu groß.

Falls ihr noch Fragen habt, dann haut sie in die Kommentare. Oder habe ich einen Tipp vergessen?

Cheers, Dani!

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