Ende August waren wir eine Woche in Cooktown; nach einigen Wochen in Cairns, war es uns einfach zu laut und zu voll und wir wollten nur noch raus in die Natur. Unser Bulli Lori war endlich wieder in Schuss, so dass wir den Trip nach Cooktown wagen konnten.

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Cooktown Panorama vom Grassy Hill Lookout

Cooktown liegt auf der Cape York Peninsula im Norden Queenslands. Es ist eine schöne, unberührte, kleine historische Küstenstadt und von einer atemberaubenden Landschaft umgeben. Es ist auch Australiens nächstgelegene Stadt zum Great Barrier Reef. Mit seiner entspannten Atmosphäre und freundlichen Menschen ist Cooktown der perfekte Ausgangspunkt, um die raue Schönheit des „Lower Cape“ zu erkunden.

Aber wirklich berühmt ist Cooktown, weil hier der englische Entdecker James Cook 1770 mit seinem Schiff, der HM Bark Endeavour, landete. Die Endeavour war am Great Barrier Reef auf Höhe von Cape Tribulation leck geschlagen und die Mannschaft konnte das Schiff gerade noch in die Mündung des heutigen Endeavour River steuern.

HM Bark Endeavour

Eine Nachbildung der HM Bark Endeavour in Cooktwon Quelle: wikipedia.org

Im Goldrausch am Palmer River ist dann 1873 die Stadt Cooktown entstanden, damals wohnten hier ca. 30.000 Gold-Digger und Handelsleute.

Das Gold war bald verschwunden, aber Cooktown hielt durch, überlebte den wirtschaftlichen Niedergang und zwei verheerende Wirbelstürme, um sich als eines der am besten gehüteten Geheimnisse von Tropical North Queensland zu entpuppen.

Heute hat Cooktown eine Bevölkerung von ca. 2.000 Einwohnern und die Stadt wächst wieder. Mit der Fertigstellung des Highways Mulligan im Jahr 2006 ist die Stadt nun auf geteerter Straße erreichbar. Früher war das nur mit Schiff, Flugzeug und Geländewagen mit Allradantrieb möglich. Die abgelegene Lage, die atemberaubenden Landschaft und der entspannte Lebensstil verleihen Cooktown aber immer noch ein deutliches Gefühl von Abgeschiedenheit – this is Australia!

7 gute Gründe Cooktown zu besuchen

Offroad nach Cooktown: Der Bloomfield Track

Bei unserem ersten Besuch in Cooktown sind wir mit unserem Campervan über den Mulligan Highway gefahren, das war auch sehr schön. Die Landschaft ist einfach toll.

winding road

Hier zu fahren macht echt Spaß – Mulligan Hwy

rex lookout

Rex Lookout zwischen Cairns und Port Douglas

Aber wer einen 4WD besitzt sollte mal von Port Douglas über Cape Tribulation, den Bloomfield Track durch den Daintree Regenwald nach Cooktown fahren. Es soll einfach schön sein. Es gibt mehrere Flussdurchquerungen, aber die kann man locker ohne Schnorchel bewältigen. Gestern hat uns unser deutscher Mechaniker Tobi aus Schwaben vom Volks Center Cairns erzählt, dass er schon mit einem T4 und einem T3 den Bloomfield Track gefahren ist und unser T4 das doch jetzt auch schaffen könnte. (Tobi hat unsere fehlenden Pferdestärken entdeckt und unser Lori hat nun endlich wieder richtig Power).

Mal sehen ob wir es noch wagen. Uns macht das River Crossing sorgen, da wir unseren Innenausbau nicht versauen wollen – vielleicht Ende September zum Wallaby Creek Festival im Daintree NP.

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Outback Landschaft zwischen Mossman und Cooktown

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Lookout – Black Mountain National Park

Grassy Hill Lookout

Der Weg hierher ist vom Ortszentrum beschildert. Man kann bis ganz hoch zum Leuchtturm fahren und spart sich so den Fussweg vom Parkplatz.

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Aussicht auf den Endeavour River vom Grassy Hill

Von hier oben hat Captain Cook nach einer sicheren Passage durch das Riff Ausschau gehalten, um die Endeavour nach 2 Monaten Reparatur wieder sicher aufs offene Meer zu steuern.

Die 360 Grad Aussicht ist einfach wunderschön. Von hier hat man einen tollen Blick über den Endeavour River, Cherry Tree Bay, Finch Bay, Mount Cook und ganz Cooktown.

Tagsüber hat man einen weiten Blick über die Landschaft und abends ist es einfach atemberaubend den Sonnenuntergang zu sehen. Wir haben uns im Ort vor Sonnenuntergang eine Pizza besorgt und sind zum Lookout hoch gefahren. Achtung es ist hier oft ziemlich windig, und so flog eine Pizza vom Tisch, ein Glück im geschlossenen Karton.

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Buschfeuer in den Hügeln um Cooktown

Grouper Feeding im Cook’s Landing Cafe

Nach dem Sonnenuntergang sind wir zum Cook’s Landing Cafe am Fischerman’s Wharf gefahren.

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Dani genießt gerade den Sonnenuntergang im Cooks Landing Cafe

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Sonnenuntergang am Cooks Landing Cafe – Fisherman Wharf

grouper feeding

Thomas beginnt mit der Grouper Fütterung

Sobald abends die Flut da ist und der Wasserstand hoch genug ist, kann man riesige Schatten im Wasser sehen. Der Queensland Grouper ist ein Zackenbarsch und wird über 2 Meter groß. Bis zu 7 dieser 150 kg schweren Fische kommen jeden Abend zum Cafe von Thomas.

Er hat vor 8 Monaten angefangen die Fische zu füttern, mit den Resten seines Fischfangunternehmens neben an. Den frischen Fang kann man dann auf der Terrasse des Cook’s Landing Cafe als Fish & Chips bestellen und währenddessen die riesigen Grouper beobachten. Außerdem kommen regelmäßig Haie und Rochen vorbei, um auch ein paar Happen abzustauben.

grouper

Ein Queensland Grouper – Riesenzackenbarsch

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Sehr spektakulär wie diese Riesen sich den Fisch schnappen

Man sollte unbedingt tagsüber mal checken, wann das Grouper Feeding stattfindet. Die Zeiten findet man vor Ort angeschlagen. Für die Angler bietet Cooktown einige Touren und gute Fischgründe in den unberührten Flüssen.

Unser Video mit spektakulären Nahaufnahmen der Grouper findest du hier.

James Cook Museum

In einem beeindruckenden Klostergebäude des 19. Jahrhunderts untergebracht, ist das James Cook Museum in Cooktown eines der besten Museen in Queensland und präsentiert die faszinierende Geschichte dieser bemerkenswerten Stadt. Das Museum erzählt die Geschichte von Kapitän James Cooks und seines 7-wöchigen Zwangsaufenthalt am Endeavour River, während diesem das erste bedeutungsvolle Aufeinandertreffen zwischen Europäern und der indigenen Bevölkerung Australiens stattfand, bis zu den Tagen des Palmer River Goldrausch, als auch persönliche Geschichten von frühen Bewohnern Cooktowns. Die $10/Adult Eintritt sind es allemal wert. Hier gehts zur Webseite.

Grassy Hill Lighthouse

Grassy Hill Lighthouse

Finch Bay und Cherry Tree Bay

Zur Finch Bay gelangt man über eine kurze Schotterstrasse hinter dem Visitor Center. Vom kleinen Parkplatz führt ein kurzer Weg zum Strand. Finch Bay ist offenbar Cooktowns Badestrand, obwohl die Schilder vor Krokodilen warnen. Gefährlicher sind aber die Strömungen am südlichen Ende in der Nähe des Alligator Creeks, schwimmen sollte man deshalb nur am nördlichen Ende. Aber auch wegen der Krokodile im Fluss. Dieses Wissen hat uns aber davon abgehalten dort schwimmen zu gehen. Der Strand ist schön gelegen, umgeben von Bergen und riesigen Granitfelsen am nördlichen Ende, und auch hier trifft der Regenwald auf das tiefblaue Korallenmeer.

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Finch Bay bei Ebbe

Von hier kann man eine schöne Wanderungen zur Cherry Tree Bay unternehmen. Es geht durch den Regenwald an der Küste entlang zu einer einsamen Bucht, der Cherry Tree Bay, die nur zu Fuss erreichbar ist. Wer mag kann von hier noch zum Grassy Hill weiter gehen, der Pfad ist aber relativ steil.

cherry tree bay

Cherry Tree Bay, Finch Bay und Mt Cook

Botanical Garden of Cooktown and Natur Powerhouse

Im Botanischen Garten kann man im Schatten der Bäume etwas spazieren gehen und sich dann auf der Terrasse des Cafes im Visitor Information Centers mit einem leckeren Flat White gemütlich entspannen. Dort bekommst du auch alle Infos Cooktown und die Region. Für eine Gold Coin Donation (1 bis 2 Dollar Spende) kann man sich im Natur Powerhouse die beiden schönen Galerien anschauen. Wir fanden die ausgestellten Tiere und die Geschichten dazu ziemlich interessant.

Jedenfalls konnten wir dort die Spinne aus unserem Auto identifizieren und etwas mehr über die Schlangen in North Queensland lernen. Man sollte doch zumindest wissen, was einen gebissen hat. Hilft bei der Wahl des Gegengifts. Und so konnten wir unseren Besucher im Auto schnell identifizieren. Und haben sie im Glas gefangen. Pfui bah. Die saß auf meinem Kopf. Glück im Unglück, es war eine kleine. Hahah. Nur Handteller groß.

Huntsman Spider - giftig wie ne Wespe, aber so eklig.

Huntsman Spider – giftig wie ne Wespe, aber so eklig.

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Von unten ist sie noch ekliger

 

 

 

 

 

 

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Etwas Geschichte:

Mit James Cook war auch Joseph Banks, ein Wissenschaftler, an Bord der Endeavour. Er hat in der Umgebung über 200 neue Pflanzen gesammelt und dokumentiert. Einiges davon kann man heute in einer Sammlung im Nature’s Powerhouse sehen.

Nach einigen Wochen traf er auch auf die Eingeborenen, Aborigines vom Guugu Yimithirr Stamm. Von Ihnen lernte er über 50 Wörter ihre Sprache, darunter auch den Namen eines faszinierenden Tieres „ganguuru“. Cook hat den Namen als „Kangooroo oder Kanguru“ aufgeschrieben.

Auch die erste aufgezeichnete Sichtung eines Kängurus geschah auf dem Grassy Hill, ein grasbewachsener Hügel in der Nähe des Landungsplatzes der Endeavour.

Seitdem wurden Cooktown und das untere Endeavour Valley eine der Hauptattraktionen für Biologen und Illustratoren von Pflanzen und Tieren. Vera Scarth-Johnson (1912-1999), verbrachte fast dreißig Jahren damit, die Blütenpflanzen der Region zu illustrieren und gab dann ihre Kollektion den Menschen in Cooktown. Nach ihren Wünschen wurde eine schöne Galerie und ein Naturinformationszentrum in den Cooktown Botanic Gardens gebaut, um ihre Sammlung zu beherbergen und die Untersuchung und die Wertschätzung der Flora und Fauna der Gegend zu fördern, welches sie “Natur Powerhouse” genannt hat.[/lightgrey_box]

Aborigines Kultur

In Cooktown und Umgebung wohnen sehr viele Aborigines und das Gebiet ist reich an kulturellen Stätten. Auch deshalb gibt es in Cooktown die besten Aboriginal Touren Australiens. Das Gebiet ist noch nicht vom Massentourismus erschlossen, wie Kakadu oder Uluru. Somit sind die Touren kleiner und persönlicher. Leider konnten wir nicht an der preisgekrönten Tour von dem Nugal-warra Ältesten und Geschichtenerzähler Willie Gordon teilnehmen, da er im Moment Schwierigkeiten mit der Orga hat, da seine Geschäftspartnerin nicht da ist. Sie ist in England und pflegt ihre kranke Mutter. Nichts desto trotz werden wir unseren nächsten Besuch so legen, dass wir an dieser Tour teilnehmen können.

Willie führt dich zu den Felsmalereien seiner Vorfahren, hoch in den Hügeln außerhalb von Cooktown. Hier erzählt er die Geschichten der Malereien und erklärt, wie die Bilder vom Leben den Überlieferungen seines Volkes sprechen. Mit seinem breiten und ansteckendem Lachen, gibt Willie einen Einblick in die erstaunliche Geschichte und Spiritualität seines Volkes, und zeigt, dass wir alle eine Verbindung mit diesem Land haben, wo auch immer wir her kommen.

Quelle: http://guurrbitours.blogspot.com.au/

Auf diesen Webseiten findest du mehr Infos: Bama Way und Tourism Cape York.

Übernachtung

In Cooktown gibt es 4 Campingplätze. Wir haben uns für den Cooktown Holiday Park am Ortseingang entschieden. Hier haben wir uns sofort wohlgefühlt. Klein und gemütlich und vor allem keine Sandflies. Außerdem wurden wir mit sehr gutem, freiem Wifi überascht. Eine Seltenheit in Australien. Man muss nur eine Gold Coin Spende für die Flying Doctors machen. Das bezahlt man ja dann gerne. Die Übernachtung kostet $30/Nacht, Strom zusätzlich $7/Nacht.

Cooktown Caravan Park

Cooktown Caravan Park

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Eine kleine Eidechse zu Besuch

Ich mag es mitten in der Natur zu sein, ja man, es gibt da auch Spinnen, aber zum Glück auch Spinnenjäger.

Essen und Trinken

Es gibt in Cooktown einen IGA (Supermarkt) der alles führt was man so braucht, natürlich ist es hier teuerer als in Cairns und wer kann sollte sich Vorräte mitnehmen.

Ansonsten gibt es noch ein paar kleine Läden für Camping, Elektrokram, Angelzeugs und Souvenirs.

Seafood Essen gehen kann man wohl ganz gut im Bowling Club, haben wir aber nicht ausprobiert. Das Frühstück im Cook’s Landing Cafe, ist typisch Aussie, aber keine kulinarische Überraschung. Der Fisch variert, ist aber auf jeden Fall frisch gefangen. Thomas der Besitzer plant eine große Renovierung und wir sind gespannt wie es dort bald ausssieht. Die Pizza im Italian Restaurant gegenüber des Top Pup war ziemlich lecker. Und man sollte ein Bierchen im typisch australischen Top Pup geniessen.

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Cooktown hat uns echt gut gefallen. Wir konnten richtig gut durchatmen und die Ruhe genießen. Alle sind super entspannt und man lernt in kurzen Chats nette Leute kennen. Wir werden wieder kommen. Und zwar bald.

Welche verborgenen Schätze kennst du? Teile sie mit uns in den Kommentaren!

Cheers, Dani

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