Ich möchte heute etwas klar stellen. Für mich. Für dich. Für alle, die immer wieder fragen und es nicht glauben können. 

Einige dieser Fragen werde ich euch jetzt beantworten. Sagt mal, vermisst ihr denn gar nicht in einer Wohnung zu leben? Wie ist euer Leben ohne Wohnung?

Wir bekommen Angebote zum Übernachten, weil wir doch unbedingt nochmal in einem richtigen Bett schlafen wollen müssen. Viele denken, wir sind nur auf der Suche nach dem Ort an dem wir uns niederlassen möchten.

Und das war vielleicht auch unsere Intention als wir 2012 einmal rund um Australien gefahren sind. Aber dabei ist uns bewusst geworden, dass wir gerne so leben möchten. On the road. Leben ohne Wohnung.

Irgendwie geht es nicht in die Köpfe der Leute, dass wir uns diese Art zu Leben ausgesucht haben. Nicht weil wir müssen, sondern weil wir wirklich so leben wollen. Ohne festen Wohnsitz. Mit all unseren Sachen im Auto.

Ok, Auto klingt auch schlimm, es ist ja ein Campervan.

Ein VW Bus. Unser Bulli. Die Lori.

daintree village

Die Lori mit toller Aussicht auf dem Riverview Caravan Park im Daintree Village

Warum habt ihr euch denn diesen Lifestyle ausgesucht?

Wir könnten uns leicht einen 9 to 5 Job in Sydney suchen und eine Wohnung am Strand beziehen. Aber das wollen wir nicht. Zumindest noch nicht. Wer weiß schon was kommt.

Wir brauchen keine Wohnung, um glücklich zu sein. Wir brauchen kein richtiges Bett, kein TV, keine Badewanne und all die anderen Annehmlichkeiten, die eine Wohnung mit sich bringt.

Wir haben festgestellt, dass uns Dinge nicht glücklich machen.

Und wir wollen draußen leben und arbeiten. Frei und selbstbestimmt.

Dazu gehört auch, dass wir uns wieder selbstständig gemacht haben. Hier in Australien. Langfristig möchten wir auch raus aus der Zeit-gegen-Geld-Falle. Dazu planen wir ein paar neue Projekte für 2015. Und eins sogar für dich. Aber mehr kann ich dazu noch nicht sagen. Trag dich unten im Newsletter ein, wenn du es nicht verpassen willst.

newell beach

Dani beim Abwasch am Newell Beach auf dem Weg zum Cape Tribulation. Weitere Infos bekommst du in unserer Trover Entdeckung. Klick einfach aufs Foto.

Was macht ihr denn zur Zeit und wie sehen eure Pläne aus?

Zur Zeit bereisen wir langsam die Ostküste Australiens.

Wir haben kein Ziel.

Keinen Plan wo es als nächstes hingehen soll.

Wir entscheiden spontan.

Wir sind ausgewandert, weil man in Australien so leben kann. Wir wollen nur irgendwann wieder an die Westküste, weil es uns dort, neben Manly in Sydney, bisher am besten gefallen hat. Irgendwann. Mal sehen.

In den nächsten Wochen würden wir gerne in einen Co-Working Space gehen, ob nach Bali oder Brisbane haben wir noch nicht entschieden.

Und jetzt gerade haben wir mal ein Haus und ein Bett. Wir wohnen für ca. 2 Wochen bei Kerstin von travelpilz. Sie hat ein traumhaftes Haus in Mission Beach direkt am Strand. Du kannst es hier bei AirBnB sogar mieten. Das ist ok, für uns. Denn wir sitzen den ganzen Tag draußen auf der Terrasse oder gehen ins Meer schwimmen oder paddeln auf unseren SUPs.

sup mission beach

Stand Up Paddle Boarding mit Dani am Mission Beach

Ihren Freunden erzählt sie begeistert von ihrem Besuch, den deutschen digitalen Nomaden. Das sind wir: „digital nomads“, nein keine “grey nomads”. Aber das denken ihre Bekannten als erstes. In Australien ist es nämlich normal in der Rente einen Caravan (Wohnwagen) zu kaufen und damit ein paar Jahre durchs Land zu fahren. Um nach den vielen Jahren harter Arbeit, das eigene Land endlich mal zu sehen.

Und sie können oft nicht glauben, dass wir das jetzt einfach schon machen. Wir sind doch noch jung. Tja und in Deutschland können viele nicht glauben, dass man das überhaupt machen kann.

sunrise mission beach

Sonnenaufgang am Mission Beach direkt vor Kerstins Haus

Aber warum soll man das denn nicht früher machen? Wieso soll ich bis zur Rente warten, um das zu tun, was mir gefällt?

Ein Gegenargument fällt mir dazu leider nicht ein. Du musst nicht tun, was “Alle” machen. Mach dein Ding! Und wenn du was wirklich willst, dann setz dir ein Ziel und geh in kleinen Schritten darauf zu.

So haben wir es auch gemacht. Und jetzt haben wir Permanent Residency und leben ortsunabhängig in Australien unseren Traum.

wallaby cape hillsborough

Auf dem Caravan Park am Cape Hillsborough hatten wir Wallabies und Kängurus als Nachbarn. Und die waren ziemlich zutraulich.

Wie ist es denn im Auto zu leben?

Erstmal wir leben ja nicht in einem normalen Auto sondern wir haben einen VW T4 Transporter in der Langversion. Da ist ziemlich viel Platz drin. Ok stehen kann man nicht, aber das ist nur ein “nice to have”. Wir haben uns ein Vordach mit Seitenwänden gekauft und können so unseren Wohnraum erweitern und haben ein Schlafzimmer und eine Wohnküche mit insgesamt 11qm.

Das reicht.

salat newell beach

Da macht Dani gerade einen leckeren Salat. Den Salat kannst du sehen, wenn du auf das Foto klickst. (Newell Beach)

Die meiste Zeit sind wir sowieso in unserem Garten. Und der sieht alle paar Wochen sogar anders aus. Wenn wir wollen haben wir einen Pool oder das Meer direkt vor der Tür.

Und die Gartenarbeit machen andere.

Toll, oder?

Wir genießen hier unsere Freiheit. Wir sind einfach gerne draußen in der Natur. Es ist einfach toll, manchmal frühstücken wir mit Kängurus, Kookaburras, Straußen, Wallabies, Kakadus und vielen anderen Tieren. Die Kamera muss immer griffbereit liegen, da sich ständig ein tolles Motiv bietet.

goanna

In Townsville hat ein Goanna (Waran) beim Frühstück vorbeigeschaut.

Und die Geräuschkulisse ist grandios. Ich komme in Deutschland vom Dorf und dort im Wald ist es auch schön, aber viel leiser als hier. Man sieht und hört einfach mehr Tiere. Und von den Sonnenaufgängen fang ich gar nicht erst an. Übrigens steht man hier auch mit der Sonne auf.

tinny sunrise

Sonnenaufgang am Mission Beach mit einem Tinny (Blechboot).

Aber bei schlechtem Wetter ist das doch doof, oder?

Naja, im Regen und wenns kalt ist, macht Camping natürlich nicht soviel Spaß. Der einzige Grund warum wir in Deutschland eine Wohnung haben.

Hier in Australien sind wir flexibel sind und reisen dem guten Wetter hinterher. So dass wir echt wenige Regentage erleben. Und die sind auch nicht wie in Deutschland. Hier regnet es meisten einmal richtig und dann kann man auch bald schon wieder blauen Himmel sehen. Und Nieselregen gibt’s hier kaum, jedenfalls nicht wenn man den Süden im Winter vermeidet.

Und wenn, sitzen wir in unserem Vorzelt oder flüchten ins Cafe oder so wenn es zu doll wird.

peacock

Dieser Pfau und seine Familie wohnt auf dem Pinnacle Village Caravan Park in Wonga Beach, QLD. Der kann verdammt laut schreien.

Vermisst du wirklich nicht eine Wohnung zu haben?

Nein, eine Wohnung vermisse ich ganz sicher nicht.

Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die ich gerne verbessern würde. Aber im Großen und Ganzen ist das Leben im Camper genau das was wir jetzt wollen.

Vor allem haben wir das beste Bett, denn wir haben eine neue Schaummatratze von Ikea mit einer Memoryschaum-Auflage. Denn bei den meisten australischen Betten hast du Sprungfedern im Rücken.

Ein Upgrade wäre höchstens ein Offroad-Caravan mit einem 4WD (Geländewagen).

Denn wir vermissen etwas die Flexibilität. Um mal einkaufen zu fahren, müssen wir im Moment immer das halbe Camp abbauen. So dauert es immer ne Viertelstunde bevor wir los können.

Natürlich ist es eng und man muss sich sehr gut organisieren. Das klappt bei uns ganz gut.

vw t4

Hier siehst du mal unseren Stauraum unter unserem Bett. Da geht schon einiges rein.

Aber es gibt einen dicken Minuspunkt. Das Internet, vor allem das mobile Internet, ist in Australien ein “pain in the ass”. Auf Campingplätzen bekommt man kaum freies WiFi und wenn, ist es sehr schlecht. Wie in den meisten Hostels auch. Mobile Broadband kann sehr gut oder überhaupt nicht funktionieren. Sogar am gleichen Ort, abhängig von der Tageszeit. Puh. Das nervt schon. Unsere Alternativen sind dann die örtliche Bücherei oder Cafes.

Es ist schwierig unter diesen Umständen einen Arbeitsrhythmus zu entwickeln und wirklich produktiv zu arbeiten. Deshalb versuchen wir demnächst wieder in einem Co-Working Space zu arbeiten.

Und ich vermisse eine gute deutsche Waschmaschine. Aber das ist eher ein Problem in Australien insgesamt und nicht nur beim Camping.

Achja, einen Backofen. Auf den Campingplätzen gibt es oft eine gut ausgestattete Campkitchen, aber ein Backofen fehlt dort meistens. Dabei backe ich doch so gern. Aber das hole ich heute nach.

kookaburra

Ich liebe Kookaburras. Die hören sich an wie Affen. Im Hintergrund sieht man eines der Kängurus, die am Cape Hillsborough leben.

Es gibt einfach soviel mehr Positives.

Ich genieße mir aussuchen zu können, wo wir gerade hinfahren möchten. Spontan zu entscheiden, ob wir eine Nacht oder eine Woche bleiben wollen. Länger als eine Woche buchen wir nie. Wenn wir länger bleiben möchten, verlängern wir die Campsite (Stellplatz) immer wochenweise. So können wir weiterfahren, wenn wir Lust haben oder sich was Neues ergibt.

Ich bin einfach glücklich. Das merke ich zum Beispiel auf dem Weg zu den Toiletten. Ich begegne dann oft tollen Tieren, rieche den Eukalypthus oder fühle einfach die Sonne auf meiner Haut. Es fühlt sich immer ein bisschen an wie im Urlaub. Obwohl mein Notebook darauf wartet, dass ich weiter arbeite. Es ist einfach toll zwischendurch auch in den Pool oder ins Meer zu springen.

sunrise mission beach

Sonnenaufgangsstimmung am Mission Beach. Dafür lohnt es sich doch um kurz nach 5 aufzustehen.

Und jetzt sag du mir, würdest du auch deine Wohnung gegen ein Vagabunden-Leben tauschen?

 

Alles Liebe,

Dani

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