Im zweiten Teil dieser Artikelreihe nehmen wir euch mit in die Wälder der riesigen Eukalyptusbäume. Kennt ihr den ersten Teil “Australiens Südwesten im Camper: Von endlosen Weinfeldern zu grandiosen Surfspots” noch nicht, dann schaut euch den Artikel auch noch an.

Tag 4 Margaret River bis Augusta / Pemberton

Vormittag: Adlerrochen in Hamelin Bay

Genießt euer Frühstück mitten im Wald oder schmiert euch ein Sandwich und nehmt es mit zum Strand. Danach folgt ihr einfach weiterhin der Cave Road bis zur Abbiegung nach Hamelin Bay. Dort sucht ihr euch den Weg zum Strand und parkt dort. Geht einfach mal ins Wasser, wenn ihr Glück habt, bekommt ihr dann Besuch von großen Adlerrochen, die direkt vor eure Füße schwimmen. Ihr findet sie meistens in der nähe der Bootsrampe und den Ruinen des alten Stegs. Sie haben keine Angst vor uns Menschen und scheinen an uns genauso interessiert zu sein, wie wir an ihnen. Aber natürlich sind sie auch nicht doof und haben gelernt, dass an der Bootsrampe immer wieder etwas zu Futtern für sie abfällt. Auch wenn die Rochen so zutraulich sind, es bleiben wilde Tiere, die zwar nicht agressiv sind, aber trotzdem noch einen giftigen Stachel besitzen. Also bitte seid etwas vorsichtig, damit ihr nicht auf sie fallt und provoziert sie nicht. Trotzdem braucht ihr keine Angst haben wenn sie im Wasser auf euch zu kommen. Aber auch ohne die Rochen ist Hamelin Bay absolut einen Besuch wert.

Falls gerade Walsaison ist (Juni bis September), könnt ihr auch vormittags vom Hafen in Augusta eine halbtägige Whale Watching Tour unternehmen, falls ihr bisher noch keine Tour gemacht habt.

 

Nachmittag: Cape Leeuwin Lighthouseleeuwin lighthouse

Danach könnt ihr ganz entspannt zum Cape Leeuwin Lighthouse (Leuchtturm) fahren. Macht hier auf jeden Fall die kleine Tour auf den Leuchtturm mit. Die Aussicht ist toll und man kann tatsächlich sehen wie der Indische Ozean und das Südpolarmeer aufeinander treffen, zumindest haben wir uns das eingebildet. Auch von dort könnt ihr Wale vorbeiziehen sehen. Falls ihr ein gutes Fernglas habt, nehmt es mit. Da lohnt sich diese Anschaffung auf jeden Fall. Unser $10-Fernglas hat da leider etwas versagt.
leeuwin lighthouse

Übernachtung

Entweder ihr Fahrt noch 2 Stunden weiter bis Pemberton und übernachtet dort auf dem Pemberton Caravan Park oder ihr campt unterwegs auf einer Rest Area (Rastplatz) am Highway. Wenn wir wirklich spät unterwegs sind und eigentlich nur auf der Durchreise sind, übernachten wir sehr gerne auf Rastplätzen, um noch das letzte Licht zum Fahren auszunutzen. Man steht oft gar nicht so schlecht, etwas abseits vom Highway, und um abends schnell was zu kochen, muss es ja nicht hell sein. Dafür sind unsere Stirnlampen echt super. Morgens stehen wir dann früh auf und frühstücken am nächsten schönen Ort oder Lookout.

Tag 5 Pemberton bis Walpole

Vormittag: Gloucester Tree und Great Forest Trees Drive

Nun geht es richtig tief in die Karriwälder. Es gibt in der Umgebung von Pemberton zwei riesige Karribäume, die ihr besteigen könnt. Aber Achtung das ist eine ziemliche Mutprobe. Den die Leiter besteht aus riesigen Nägeln, die in den Karribaum geschlagen wurden. Wenn ihr richtig früh während dem Sonnenaufgang schon unterwegs seid, könnt ihr mit Sicherheit im Wald ein paar Kängurus erspähen.

gloucester tree

Quick Fact: Diese Eukalyptusart wurde früher genutzt, um nach Feuer Ausschau zu halten. Durch das trockene, heiße Klima und die ätherischen Öle im Eukalyptus ist die Waldbrandgefahr enorm groß. Feuer gehört hier zur Natur einfach dazu, Eukalyptusbäume treiben zum Beispiel nur aus, wenn sie gebrannt haben. Da ihre Keimlinge tiefer im Holz stecken als bei normalen Bäumen, sind sie vor Feuer geschützt und brauchen es sogar um auszutreiben.

Der größte Feuerbaum ist der Gloucester Tree und ist 61 Meter hoch. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Ansonsten gibt es einige Wanderwege in der Umgebung, holt euch dazu die Infos und Karten im Visitor Centre von Pemberton.lookout

Auf halbem Weg während der Fahrt nach Walpole über den South Western Highway kommt ihr am Great Forest Trees Drive vorbei. Das ist ein 48km-Rundkurs durch Wälder mit riesigen Bäumen, den Karri, Jarrah und Marri Bäumen. Viele sind hunderte von Jahren alt und man bekommt Nackenstarre, weil man aus dem Auto immer nach oben schaut. Dort könnt ihr an einem der Picknickplätze anhalten und euer Mittagessen genießen. Der Big Tree Grove Boardwalk führt euch zu ein paar richtig großen Exemplaren. Stellt das Radio auf 100 FM und lauscht ein paar Infos über den Wald. (Leider hat hier 2015 ein Buschfeuer gewütet, weshalb Teile gesperrt sind, so auch der wunderschöne Campground im Shannon Nationalpark.) Plant für diesen Abstecher trotzdem ein bis zwei Stunden ein.

great forrest trees drive

Nachmittag: Giants Tree Top Walk

Insgesamt dauert die Fahrt von Pemberton nach Walpole ungefähr 2 Stunden über den Highway. Haltet auf jeden Fall auch dort im Visitor Centre und holt euch Karten und Infos über die Region. Dann geht es noch weiter zum Valley of the Giants Tree Top Walk im Walpole-Nornalup Nationalpark. Hier gibt es eine Hängebrücke, die euch hoch hinaus führt, bis ihr irgendwann 4o Meter hoch in den Baumwipfeln steht und euch der Wind um die Nase weht und die Hängebrücke leicht schaukeln lässt. Aber der Wahnsinns-Ausblick ist die leicht zittrigen Beine definitv wert. Wieder unten gibt es im Park noch einige riesige Bäume zu bestaunen, die sind so groß, dass ihr euch sogar mit mehreren Leuten hinein stellen könnt.

great forrest trees drive

Übernachtung

Wir haben viel gutes über den Peaceful Bay Caravan Park gehört und dieser liegt nur 20 Minuten vom Valley of the Giants entfernt, direkt am Meer. Oder sucht euch wieder eine Rest Area auf dem Weg nach Denmark.

känguru

Wie geht es mit dem Roadtrip weiter?

Das erfahrt ihr im nächsten Teil der Artikel-Reihe “Australiens Südwesten im Camper: Vom türkisfarbenen Meer zu unsurfbaren Wellen”.

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